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Wir Kommen

Zusammenarbeit mit Lene Albrecht · Ulrike Draesner · Sirka Elspaß · Erica Fischer · Olga Grjasnowa · Simoné Goldschmidt-Lechner (sgl) · Verena Güntner · Elisabeth R. Hager · Kim de l'Horizon · I.V. Nuss · Maxi Obexer · Yade Yasemin Önder · Caca Savic · Sabine Scholl · Julia Wolf

Dumont, 2024

»Im Orgasmus vergehen Generationen.«

Was passiert, wenn 17 Autor:innen aus mehreren Generationen sich gemeinsam über Sexualität und Begehren austauschen? Was, wenn sie dabei anonym bleiben? In einem einzigartigen Experiment verbindet ›WIR KOMMEN‹ die Stimmen von Autor:innen verschiedener Identitäten und Herkünfte zu einem kollektiven Roman.
Wir halten uns für aufgeklärt, offen und frei, doch wenn es um die eigene Lust geht, verstummen besonders Frauen* und nicht-männlich gelesene Personen sehr schnell. Zu schambesetzt, zu potenziell gefährlich scheint das Thema. Dies gilt vor allem für nicht mehr junge Frauen*. Die Mitglieder der Gruppe LIQUID CENTER setzen dieser Sprachlosigkeit den Kollektivroman ›WIR KOMMEN‹ entgegen. Sie haben 14 Autor:innen verschiedenen Alters eingeladen, sich im Schutz der Anonymität schreibend zusammen mit ihnen über die Ausdrucksformen weiblichen* Begehrens auszutauschen. So ist ein einzigartiger Kollektivroman entstanden, der gesellschaftlich verdrängte Facetten weiblicher* und queerer Sexualität sichtbar macht.

Erscheinungstermin 13.03.2024

Pizza Orlando

Romanprojekt

28.11.17, 22:51 – Nina: Ich schreibe weinend ins digitale Nichts, aber es ist alles real hier bei mir. Ich wäre gerne deine Partnerin und nicht dein Sidekick.

Clara und Nina kennen sich seit Jugendtagen. Als sie nach vielen Jahren als erwachsene Frauen wieder aufeinander treffen, leidet Nina bereits an den ersten Symptomen einer unheilbaren Erkrankung, der Huntington Krankheit. Sie lebt in Berlin. Clara lebt, getrennt vom Vater ihrer beiden Kinder, in Hamburg. Die beiden verlieben sich und stürzen sich in eine rasende Liebesbeziehung. Pizza Orlando, als Anlehnung an den Briefwechsel von Virginia Woolf und Vita Sackville-West, ist die Offenlegung ihres Chatverlaufs. Während Nina, trotz ihrer begrenzten Lebenszeit, um eine Zukunftsperspektive mit Clara ringt, kämpft diese als alleinerziehende Mutter um Selbstbestimmung in einem Alltag aus Kinderpflege, Studium und Lohnarbeit.

Die tägliche Kommunikation der beiden offenbart auch schmucklos eine Lebensrealität und die sich dadurch aufdrängenden Fragen: Wieso bekommen sie als zwei Frauen mit zwei Kindern keine Familienkarte im Freibad? Wieso fürchtet Clara sich abends im Waschsalon, allein unter Männern, und keiner hat Angst vor ihr?

Pizza Orlando erzählt von Krankheit und gesellschaftlichem Ausschluss, von Mutterschaft und Sexualität, von Hoffnung und Verzweiflung einer queeren Liebe und von der Kraft des Erzählens.

Auszüge des Manuskriptes wurden in den Literaturzeitschriften BELLA triste und Die Epilog veröffentlicht.

Der Text wird vertreten durch: Elisabeth Ruge Agentur